Nach dem SPD-Wahldesaster in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kündigte die Bundesregierung große Reformpakete an, die die Bürger spürbar entlasten sollen. Stattdessen destabilisiert man nun eine entscheidende soziale Säule unseres Gemeinwesens: die Familie. Unter dem Etikett der Gerechtigkeit und der Sozialstaatssicherung werden die Leistungsträger des Alltags belastet. Die Debatte über die Abschaffung des Ehegattensplittings und der kostenfreien Kranken-Mitversicherung für Ehepartner ist dafür das nächste Beispiel. Getroffen werden Millionen Paare und Familien, die Verantwortung füreinander übernehmen.
Ehe und Familie sind bewusst privilegiert, weil sie gesellschaftlich mehr leisten als bloße Individualisierung. Sie schaffen Dauer, Pflichtbewusstsein und Verlässlichkeit. Sie tragen Kindererziehung, Pflege, ökonomische Solidarität und soziale Stabilität. Eine kluge Sozial- und Familienpolitik sollte deshalb Reformbedarf und Schutzbedürfnis zusammen denken. Ehe und Familie sollten als wichtige soziale Ressource verstanden werden. Daher sind die Umbaupläne von Schwarz-Rot entschieden abzulehnen.
