Am 5. November 2021 warnte Mecklenburg-Vorpommerns damaliger Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) öffentlich vor der „Pandemie der Ungeimpften“.
Doch ausgerechnet am selben Tag wurde diese Formulierung im Krisenstab des Robert Koch-Instituts diskutiert.
Die interne fachliche Einschätzung:
„Aus fachlicher Sicht nicht korrekt, Gesamtbevölkerung trägt bei.“
Das ist bemerkenswert. Denn die Erzählung von der „Pandemie der Ungeimpften“ prägte die öffentliche Debatte und trug zur gesellschaftlichen Trennung zwischen Geimpften und Ungeimpften bei.
Dabei wusste das RKI: Auch Geimpfte konnten sich infizieren und das Virus weitergeben. Das RKI stellt heute selbst klar, dass Ungeimpfte zwar überproportional zu schweren Verläufen und auch zur Übertragung beitrugen, die Pandemie aber eben nicht ausschließlich von ihnen getragen wurde.
Am selben Tag warnte Glawes Gesundheitsministerium vor der „Pandemie der Ungeimpften“ – während das RKI diese Formulierung intern als fachlich nicht korrekt bewertete.
Diese Widersprüche gehören auf den Tisch.
Corona aufarbeiten – statt vergessen!
(Bildquelle: dpa/ Jens Büttner)